
Elektrosanierung im bewohnten Bestand
Wir erneuern Leitungen, Verteiler und Schutzeinrichtungen in Wohnungen und Häusern, die weiter genutzt werden – abschnittsweise geplant, damit Küche, Bad und Arbeitsplatz am Abend wieder am Netz sind.
Anzeichen
Vieles sieht man, bevor etwas passiert
In Häusern aus den Fünfziger- bis Siebzigerjahren finden wir in Rendsburg regelmäßig Anlagen, die nie für Waschmaschine, Backofen und Homeoffice gedacht waren.
- Schraubsicherungen im Verteiler statt Leitungsschutzschaltern – ein Bauteil, das seit Jahrzehnten nicht mehr eingebaut wird
- Kein Fehlerstrom-Schutzschalter (FI/RCD) vorhanden, obwohl er im Bad und für Steckdosenstromkreise heute gefordert ist
- Zweiadrige Leitungen ohne Schutzleiter, erkennbar an alten Steckdosen ohne funktionierenden Erdungskontakt
- Sicherungen, die beim Einschalten von Wasserkocher und Backofen gleichzeitig auslösen – ein Hinweis auf zu wenige Stromkreise
- Zu wenige Steckdosen, dauerhaft belegte Mehrfachverteiler und Verlängerungen unter Teppichen
- Warme oder verfärbte Schalter und Steckdosen, Brandgeruch oder brummende Geräusche am Verteiler
- Stoffummantelte Leitungen oder Aluminiumleiter, die bei Arbeiten an der Decke sichtbar werden
- Verteiler ohne Beschriftung, in dem niemand mehr weiß, welche Sicherung welchen Raum versorgt
Leistungsumfang
Sechs Gewerke, die zusammen die Anlage ergeben
Welche dieser Punkte in Ihrem Fall nötig sind, entscheidet die Bestandsaufnahme – in vielen Wohnungen trägt die alte Leitung noch, während Verteiler und Schutztechnik erneuert gehören.

Verteiler erneuern
Neuer Zähler- oder Wohnungsverteiler mit Leitungsschutzschaltern, Fehlerstrom-Schutzschaltern und ausreichend Reserveplatz für spätere Stromkreise. Jeder Abgang wird beschriftet.

FI-Schutz nachrüsten
Fehlerstrom-Schutzschalter für Steckdosen- und Badstromkreise. In vielen Fällen lässt sich der Schutz schon vor der großen Sanierung nachrüsten, wenn die Leitungen es zulassen.

Leitungen ersetzen
Dreiadrige Leitungen mit Schutzleiter statt alter Zweidraht-Installation, neue Abzweigdosen und eine Aufteilung, bei der Küche, Bad und Wohnräume eigene Stromkreise bekommen.

Steckdosen ergänzen
Mehr Steckdosen dort, wo heute Mehrfachverteiler stehen: Arbeitsplatz, Küchenzeile, Fernsehwand. Dazu Netzwerk- und Antennendosen, wenn ohnehin die Wand offen ist.

Potenzialausgleich
Haupterdungsschiene und Potenzialausgleich für Wasser-, Heizungs- und Gasleitungen – in Altbauten häufig gar nicht oder nur unvollständig vorhanden.

Prüfen und dokumentieren
Messung der neuen Anlage, Prüfprotokoll nach DIN VDE 0100-600 und ein aktueller Stromlaufplan im Verteiler. Auf Wunsch anschließend der E-Check.
Schutztechnik
Der Verteiler ist das Herz der Sanierung
Wo früher vier Schraubsicherungen eine ganze Wohnung versorgt haben, planen wir heute getrennte Stromkreise mit eigenem Schutz – und lassen Platz für das, was später dazukommt.
Was im neuen Verteiler steckt
Der alte Kasten wird nicht nur voller, sondern anders aufgeteilt. Statt weniger Sammelstromkreise bekommt jeder Bereich seinen eigenen Abgang – fällt einer aus, bleibt der Rest der Wohnung in Betrieb.
- Fehlerstrom-Schutzschalter für alle Steckdosenstromkreise und das Bad
- Eigene Absicherung für Herd, Waschmaschine, Trockner und Spülmaschine
- Beschriftete Klemmen und ein Stromlaufplan, der im Verteiler liegen bleibt
- Reserveplatz für spätere Wallbox, PV-Anlage oder Wärmepumpe

So läuft die Sanierung
Raum für Raum statt alles auf einmal
Sie bleiben während der Arbeiten in der Wohnung. Deshalb teilen wir die Sanierung in Abschnitte, die jeweils an einem Tag begonnen und beendet werden.
Kosten und Vorbereitung
Was eine Sanierung kostet und wovon der Preis abhängt
Der Preis richtet sich selten nach der Wohnfläche, sondern nach dem Aufwand hinter der Wand — diese fünf Punkte bestimmen ihn in der Praxis.
Kostentreiber im Bestand
- Leitungswege
Lassen sich vorhandene Leerrohre neu einziehen, entfällt das Stemmen. Sind die Rohre verstopft oder liegen die Adern direkt im Putz, kommen Schlitzarbeiten, Staubschutz und Verputzen hinzu — der mit Abstand größte Posten.
Wir prüfen das vorab an zwei bis drei Dosen
- Zustand des Zählerplatzes
Alte Zählertafeln aus Holz oder Marmor müssen ersetzt werden. Ob ein neuer Zählerschrank nötig ist oder eine Unterverteilung genügt, entscheidet sich nach Sichtprüfung und Rücksprache mit dem Netzbetreiber Schleswig-Holstein Netz.
- Anzahl der Stromkreise
Aus einer Zwei-Kreis-Wohnung der 60er Jahre werden heute schnell acht bis zwölf Kreise: getrennte Kreise für Küche, Bad, Beleuchtung und Steckdosen je Raum, dazu Fehlerstromschutzschalter (RCD).
- Erdung und Potenzialausgleich
Fehlt ein Schutzleiter oder eine Haupterdungsschiene, gehört beides zur Sanierung. Bei Altbauten ohne Fundamenterder ist ein Staberder oder Ringerder nötig.
- Bewohnter Betrieb
Arbeiten in belegten Wohnungen dauern länger als im leeren Rohbau: Möbel schützen, täglich sauber übergeben, abends Strom wiederherstellen. Das planen wir ein, statt es später nachzuberechnen.
Vor Baubeginn brauchen wir wenig, aber das rechtzeitig: freie Zugänge zu Zählerschrank und Verteiler, geräumte Schrankwände entlang der betroffenen Wände und, falls vorhanden, alte Grundrisse oder Unterlagen früherer Arbeiten. In Mietobjekten stimmen wir die Wohnungstermine direkt mit der Hausverwaltung ab. Sie erhalten vorab ein schriftliches Angebot mit Positionen und einen Terminrahmen; Mehraufwand aus Überraschungen hinter dem Putz sprechen wir ab, bevor wir ihn ausführen.
Sprechen wir über Ihr Vorhaben
Schildern Sie kurz, worum es geht – Elektro Hansen meldet sich mit einer Einschätzung.
